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Was ist Stottern?

Stottern ist eine Sprechbehinderung, die sich im Wiederholen von Wörtern, Silben und Lauten, sowie Blockaden und Dehnungen äußert. Häufig ist Stottern mit einer übermäßigen Anstrengung beim Sprechen verbunden. Diese Anstrengung kann zu auffälligen Verkrampfungen der Gesichtsmuskulatur und zusätzlichen Körperbewegungen führen.

 

Betroffene reagieren auf das eigene Stottern oft mit einem Vermeidungsverhalten oder der Taktik des Verschleierns. Beim Erstgenannten wird das Sprechen an sich weitgehend gemieden, was bis zu einem totalen gesellschaftlichen Rückzug führen kann. Beim Verschleiern werden z.B. Füllwörter genutzt, um das Stottern zu umgehen. Oftmals werden während des Sprechens auch blitzschnell „schwierige“ Wörter gegen andere Begriffe getauscht, damit der Gesprächspartner das Stottern nicht bemerkt. (bvss)



Prominente Stotterer.

 

Rund ein Prozent der Erwachsenen stottern, 80 Prozent sind männlich. Bei vielen bleibt die Sprechstörung lebenslang bestehen. Auch prominente Persönlichkeiten sind betroffen.

 



Ist Stottern heilbar?

Im Internet und im Fernsehen sieht man öfters Therapieansätze, die eine Heilung von Stottern versprechen. Hier ist Vorsicht geboten! In diesen Therapien erreichen die Teilnehmer eine vorübergehende Sprechflüssigkeit. Diese „zufällige Sprechflüssigkeit“ wird immer wieder als „Heilung“ verkauft. Sie bleibt aber ein Zufallsprodukt, das meist nach einigen Wochen oder auch wenigen Monaten wieder verschwindet und den Betroffenen aufs Neue vor die Ausgangssymtomatik stellt. Nach derzeitigem Forschungsstand der Ärzte & Logopäden kann es keine Garantie einer Heilung geben. Daher kann das Ziel einer seriösen Kinder- und Erwachsenentherapie nicht die „Heilung“ vom Stottern sein! Vielmehr geht es in einer umfassenden Therapie darum, Wege zu finden, das Stottern zu kontrollieren und einen entspannteren und offeneren Umgang mit dem eigenen Stottern zu erreichen. Es kann aber sein, dass ein Kind mit 4 Jahren eine Zeit lang stottert und etwa mit 7 Jahren wieder aufhört. Bei diesem Kind sprechen Experten von einer Remission. Eine solche "Genesung" kann bis zur Pubertät erfolgen. Stotternde Kinder haben meistens Schwierigkeiten in der phonologischen Bewusstheit (z.B. Silbenklatschen), bei Rhythmik & Pragmatik. Werden diese Fähigkeiten in der Therapie gefördert, sind die Stottersymptome eher leicht und hat das Kind keinen Stress mit dem Sprechen, dann sind die Faktoren günstig für eine Remission. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht.